Empowering Women of Kosovo (EWOKOS)

Unterstützung und Empowerment von Mädchen, Müttern und Frauen aus Tranzit

Laufzeit: 01.11.2021 - 30.06.2022

Land: Kosovo

Ort: Tranzit, Prizren

Gefördert durch: Kleinprojektförderung Land Vorarlberg

Pfade: Gemeinschaftsbasierte Intervention

SDGs: 4, 5, 10

Ansprechpersonen:

Gjeneta Cocaj Projektmanager CONCORDIA Projekte Sociale Kosovo +383 45 900 117 gjeneta.cocaj(at)concordia-kosovo.org
Nicolai Rosier Projektmanager CONCORDIA Sozialprojekte +43 676 310 5289 nicolai.rosier(at)concordia.or.at

Kurzbeschreibung & Projektziele

Die Gemeinde Prizren im Kosovo beherbergt große Communities von Roma, Aschkali und ägyptischen Minderheiten. Im Herzen Prizrens, in der Gemeinde Tranzit, hat CONCORDIA Projekte Sociale Kosovo (CONCORDIA) im Jahr 2021 die operative Verantwortung für ein inklusives und pädagogisches Tageszentrum übernommen - das heutige CONCORDIA Tranzit Centre.

Mädchen, junge Frauen und Frauen - insbesondere Mütter - mit Roma-, Aschkali und ägyptischer Herkunft sind besonders von sozialer Ausgrenzung bedroht. Die weit verbreitete häusliche, sexualisierte sowie geschlechtsspezifische Gewalt gehört für viele Mädchen und Frauen zur traurigen Lebensrealität. Ein gezielter Ausbau der Lern- und Freizeitangebote des CONCORDIA Tranzit Centers ist unabdingbar, um die Lebensrealitäten von Mädchen und Frauen aus marginalisierten Gemeinschaften spürbar und nachhaltig zu verbessern. Um dieses Ziel zu erreichen, werden Beratungs- und Selbsthilfegruppen initiiert und von einem multidisziplinären Team begleitet. Gleichzeitig werden die Teilnehmerinnen durch Einzel- und Gruppenberatungen bei der Arbeitssuche unterstützt und bedürftige Familien erhalten direkte Hilfe in Form von Lebensmittel- und Hygienepaketen. Darüber hinaus haben ihre Kinder freien Zugang zu den laufenden Aktivitäten des CONCORDIA Tranzit Center.

Empowering Women of Kosovo (EWOKOS) wirkt sich positiv auf die Entwicklung eines Aktionsrahmens aus, der die Frauen der Gemeinde Prizren in die Lage versetzen soll, eine bessere Zukunft aktiv zu gestalten und traditionelle Geschlechterverhältnisse langfristig zu überwinden. Dieses übergeordnete Ziel wird durch die Bereitstellung professioneller sozialer Unterstützung für Roma-, Aschkali und ägyptische Mädchen und junge Frauen erreicht, was zu einer Verbesserung des gesundheitlichen Wohlbefindens und einer Erhöhung der Bildungs- und Arbeitsmarktchancen führt.

Drei unmittelbare Ergebnisse werden als Ergebnis dieses Projekts erzielt:

  1. Junge Frauen und Mädchen sind sich der Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten bewusst und nehmen diese wahr;
  2. Geeignete und gezielte Dienstleistungen sind für Frauen und ihre Familien in der Gemeinde frei zugänglich;
  3. Entwicklung und Umsetzung eines professionellen Ansatzes zur Überwindung der Diskriminierung von Frauen und zur Verwirklichung ihres vollen Potenzials.

EWOKOS wird insgesamt 15 Mädchen und junge Frauen im Alter von 12 bis 25 Jahren erreichen. Insbesondere diejenigen, die von extremer Armut betroffen sind, Missbrauch, Vernachlässigung und Diskriminierung erfahren haben oder nicht in Ausbildung oder Beschäftigung sind. Darüber hinaus werden 10 Frauen, vor allem kinderreiche Mütter, minderjährige Mütter, Mütter von Kleinkindern und alleinerziehende Mütter, erreicht. Darüber hinaus werden insgesamt 50 Kinder in die geplanten Aktivitäten einbezogen. Bestehende und geplante Aktivitäten werden die Landschaft der sozialen Dienste in der Gemeinde Prizren ergänzen.

Ausgangssituation

Nach Angaben von UNICEF lebt jedes zweite Kind im Kosovo in Armut. Zwei Drittel der Kinder von Roma, Aschkali und ÄgypterInnen in der Gemeinde Prizren leben in Armut und eines von drei in extremer Armut. Für Mädchen, junge Frauen und Frauen dieser Gemeinschaften wurden die folgenden Hauptprobleme festgestellt:

  1. Innerhalb der Gemeinschaften der Roma, Aschkali und Ägypter sind Kinder besonders gefährdet: Mehr als zwei Drittel der Kinder haben körperlichen und psychischen Missbrauch erlebt und jedes zweite Mädchen wird voraussichtlich vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. Fast 20% der Kinder aus Roma- und Aschkali- und ägyptischen Gemeinschaften müssen arbeiten.
  2. Fehlender Zugang zu hochwertiger Bildung für Mädchen: Jedes vierte Mädchen und jeder zehnte Junge aus Roma-, Aschkali und ägyptischen Gemeinschaften schließt die Grundschule nicht ab, und "noch mehr Kinder [...] gehen beim Übergang zur weiterführenden Schule verloren." (UNICEF).
  3. Diskriminierung und geschlechtsspezifische Gewalt: Die anhaltende geschlechtsspezifische Diskriminierung verwehrt Frauen den Zugang zu wirtschaftlichen, politischen und sozialen Chancen. Geschlechtsspezifische Gewalt ist nach wie vor traurige Realität: Jede fünfte Frau im Kosovo wird körperlich oder sexuell misshandelt und fast jede dritte Frau wird sexuell belästigt.

CONCORDIA arbeitet vor Ort mit Fachleuten, GemeindeleiterInnen und Behörden zusammen, um diese multidimensionalen Probleme an der Wurzel zu packen. Die angebotenen Maßnahmen unterstützen den strategischen Umsetzungsplan des Distrikts, um die Kinderarmut nachhaltig zu minimieren, Bildungschancen für alle Gesellschaftsschichten zugänglich zu machen und häuslichen Missbrauch sowie sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt zu bekämpfen.

Zielgruppen

EWOKOS erreicht die folgenden direkten Zielgruppen:

  • 15 Mädchen und junge Frauen (im Alter von 12 bis 25 Jahren, insbesondere diejenigen, die von extremer Armut betroffen und Missbrauch, Vernachlässigung und Diskriminierung ausgesetzt sind, sowie diejenigen, die weder in Ausbildung noch in Beschäftigung sind);
  • 10 Frauen (insbesondere Mütter mit vielen Kindern, minderjährige Mütter, Mütter von Kleinkindern, alleinstehende Mütter).

Darüber hinaus werden 50 Kinder sowie die Familien und Verwandten der direkten Projektteilnehmer einbezogen:

  • Kinder von jungen Frauen und Frauen, die an den Aktivitäten und Interventionen teilnehmen und ihre Kinder in die Obhut des CONCORDIA Tranzit Centers geben;
  • Familien, die vom Auseinanderbrechen bedroht oder von extremer Armut betroffen sind. Darüber hinaus Familien, die Unterstützung bei der Betreuung von Kindern oder Erwachsenen mit Behinderungen benötigen, sowie Gruppen von Geschwistern, die von ihren Eltern zurückgelassen wurden.

In erster Linie werden Mädchen, junge Frauen und Frauen der Roma, Aschkali, ÄgypterInnen und anderer marginalisierter Gemeinschaften in die Maßnahmen einbezogen. Das Team stützt sich auf eine lange Geschichte der Arbeit mit den Kindern und Familien der Begünstigten, sucht die Familien direkt auf und wird bei Bedarf von Mitgliedern der Gemeinschaft direkt besucht.

In zweiter Linie zielt das Projekt auf Unterstützungssysteme ab, die das unmittelbare und erweiterte Umfeld für Mädchen, junge Frauen und Frauen bilden. Durch gezieltes Aufsuchen des Unterstützungssystems wird die Unterstützung aufrechterhalten und das Umfeld in das laufende Projekt sowie in die Folgeaktivitäten einbezogen.

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