Cristian ist 24 Jahre alt. Er ist Dachdecker von Beruf. Doch ein kurzer Moment der Unachtsam­keit, ein Unfall – und plötzlich ist nichts mehr wie es einmal war. Er ist querschnittsgelähmt.

Ein kleines Kind und ein bettlägeriger Mann – kein leichtes Leben, keine guten Zukunftsaussichten. 

Marias Mutter hat es nicht ausgehalten. Wie viele der arbeitsfähigen Erwachsenen hat sie ihre Familie verlassen, sie arbeitet jetzt im Ausland, meldet sich gelegentlich, schickt manchmal ein bisschen Geld. Moldau ist ein Land in dem die Alten, die Kranken und die Kinder alleine und unversorgt zurück geblieben sind. Das Land ist arm. Vom Staat gibt es kaum Hilfe.

Familienstrukturen oder Nachbarschafshilfe tragen nicht mehr, weil niemand mehr da ist. Welch wichtiges Netz dadurch weggebrochen ist, verstehen wir in Österreich heute durch die Corona-Krise besser denn je. Auch hier bei uns sind jetzt viele ältere oder kranke Menschen darauf angewiesen, dass Familie, Freunde oder Nachbarn sie unterstützen, für sie einkaufen, sich kümmern. 

Cristian bezieht eine kleine Versehrtenrente, umgerechnet nicht einmal 50 Euro im Monat. Die Krankenversicherung kommt zwar für die Behandlung auf. Aber mit den teuren Transporten ins Krankenhaus lässt man die Patienten allein. Wenigstens konnten wir ihn dabei unterstützen, dass ihm ein Rollstuhl bewilligt wurde. 

CONCORDIA in Moldau hat Hilfe für die kleine Familie organisiert: zweimal in der Woche kommt die Sozialassistentin. Sie holt Wasser vom Dorfbrunnen, macht Brennholz, hilft dabei, Cristian zu waschen, umzubetten. Maria geht in den Kindergarten, Mittagessen bekommt sie bei uns im Sozialzentrum, die unbeschwerten Nachmittage mit den Betreuerinnen und den anderen Kindern genießt sie sehr. 

Und Cristians größte Angst ist, dass man ihm seine Maria wegnimmt. Weil er nicht gut genug für sie sorgen kann. Das könnte er nicht ertragen. Maria will bei ihrem Papa sein. Die beiden werden weiterhin Unterstützung brauchen und die kleine Maria Förderung, um später mal ein besseres Leben zu haben. Cristian ist das sehr wichtig. Er möchte seine Tochter aufwachsen sehen. Er möchte sie glücklich sehen.


Surin, Lucian und Marin können nicht bei ihren leiblichen Eltern leben. Deshalb leben sie in einer CONCORDIA Pflegefamilie. Der Einstieg erfolgte über Probetage, nach denen schnell klar war, dass "die Chemie stimmt" - nicht nur zwischen ihnen und den neuen Eltern Viorela und Vitalie, sondern auch zu deren leiblichen Söhnen Daniel und Gabriele. Die ersten Monate waren nicht einfach, aber durch eine gezielte Begleitung sind alle Familien Schritt für Schritt zusammengewachsen. Das mobile CONCORDIA-Team unterstützt die neue Familie laufend.


CORINA ist ein sehr fröhliches Mädchen. Sie freut sich, wenn sie ihrer Pflegemutter in der Küche helfen kann, außerdem singt und tanzt sie gerne. Seit einem halben Jahr wohnt sie bei ihren Pflegeeltern in Soldanesti. „Wenn ich morgens aufstehe und Mama mich zum Frühstück ruft, bin ich glücklich. Wenn Papa uns jeden Abend zum Lachen bringt, wenn ich ihm von meinem Tag erzähle, bin ich glücklich. Ich mag die Schule hier, meine Lehrerinnen und Klassenkameraden. Ich finde es schön, dass wir eine große Familie sind. Ich habe jetzt zwei ältere Schwestern, die mir bei Hausaufgaben helfen und Brüder, mit denen ich spielen kann. Ich vermisse sie, wenn sie nicht zu Hause sind. Gemeinsam lernen wir viele neue Dinge. Ich liebe sie alle: meinen Vater, meine Mutter, meinen Onkel und meine Großeltern.“ In ihrer neuen Pflegefamilie findet Corina die Unterstützung und Liebe, die sie davor nicht gekannt hat.


SERGIU (11 Jahre) kam erst vor kurzem zu CONCORDIA. Er ist ein Einzelkind, seine Mutter starb vor zwei Jahren und seither war er in einer staatlichen Einrichtung untergebracht. Dort galt er als schwieriges Kind mit Schulproblemen und riss immer wieder aus. Die Behörden erkannten, dass er intensivere Betreuung und mehr Zuneigung benötigt. Diese findet er nun in einem CONCORDIA Familienhaus bei Pflegeeltern. Diese und die Sozialarbeiterin nahmen rasch eine Veränderung zum Positiven wahr: Sergiu geht mit seiner Familie in die Kirche, hat in der Schule neue Freunde gefunden und bemüht sich um gute Schulnoten. Sergiu ist ein leidenschaftlicher Musiker und spielt seit einiger
Zeit Mandoline. „In dieser Familie fühle ich mich sicher, weil sie sich um mich kümmert“, erzählt er stolz.

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